Systemisch Arbeiten

Systemisch Arbeiten

Ich fühle mich dem systemischen Ansatz sehr verbunden. Er hat mich jahrelang während meiner Fortbildung zur systemischen Familientherapeutin begleitet und in meiner Haltung bestärkt.

Einer der für diese Sichtweise grundlegenden theoretischen Meilensteine ist der Konstruktivismus, der – einfach ausgedrückt – besagt, dass wir uns unsere Wirklichkeit selbst konstruieren. Wir sind die Gestalter unserer Gedanken, Wahrnehmungen, Interpretationen und unserer Handlungen. Und damit sind wir stets selbst verantwortlich für unsere Sicht auf die Dinge, können diese aber auch jederzeit verändern, wenn wir das möchten. So kommt auch Heinz von Förster, der mit seinem Buch „Die Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“ zum Nachdenken und Umdenken anregt, zu dem Schluss: „In jedem Augenblick kann ich entscheiden, wer ich bin“.

Hier können wir in der Therapie wunderbar ansetzen. Denn wir haben jeden Tag, in jeder Minute, die Möglichkeit, unser Denken und Handeln zu verändern. Es kostet sicherlich Kraft, aus den lange eingeübten und mittlerweile oft auch automatisierten Gedankenprozessen und Verhaltenmustern auszusteigen und diese umzulernen, aber es ist machbar. Es gibt nur eine einzige Bedingung, die aber JEDER erfüllen kann. Und diese heißt: Motivation. Sie müssen es wirklich wollen. Etwas verändern. Denn, ganz klar, sobald Sie etwas ändern, ändert sich auch Ihr Umfeld, die mit Ihnen in Kontakt stehenden Personen (das Sie umgebende „System“). Und dafür muss man sich auch vorbereiten. All das können wir uns aus systemischer Sicht anschauen und ausprobieren.

Denn zur Systemischen Therapieform gehört die grundsätzliche Einbeziehung der immer mit zum Problem gehörenden System-Teile. Das können zum Beispiel beteiligte Personen, bestimmte Umstände, oder immer wiederkehrende Verhaltensweisen von bestimmten Personen sein, die das problematische Verhalten oder das Problem an sich hervorrufen oder verstärken. Es geht also in der Therapie niemals nur um das Problem und den Menschen, der bereit ist, sich das ganze „Dilemma“ therapeutisch anzuschauen, sondern immer auch um das dazu existierende System. Natürlich ist es nicht immer möglich, alle beteiligten Personen (wie Familienmitglieder, Chefs, Kollegen etc.) für eine therapeutische Sitzung oder ein Beratungsgespräch zu gewinnen, so dass wir als Systemiker dann gerne kreativ werden. So nutzen wir einfach Stellvertreter, die wir statt der echten Personen mit in die Gespräche einbeziehen. Dies können wiederum andere Personen sein, die – sofern vorhanden – einfach in die Rolle der Personen, um die es wirklich geht, schlüpfen (hier kann es dann auch zu den berühmten Familienaufstellungen kommen) oder aber wir nehmen Gegenstände, kleine Holzfiguren oder einfach einen Stuhl, ein Kleidungsstück oder ein entsprechend bemaltes Stück Papier als Ersatz für eine wichtige Person.

Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Entscheidend ist alleine immer: Was ist hilfreich für Sie, damit Sie neue Perspektiven einnehmen und somit neue Denk- und Handlungsmöglichkeiten für sich entwickeln können? Mit welcher Methode, welchen Strategien oder welchen Fragen kommen wir der Lösung, die für Sie passt, ein Stückchen näher?

Je offener, neutraler und unvoreingenommener ich als Therapeutin bei der Begegnung mit Ihnen bin, desto besser. Denn nur durch das „ganz nahe bei Ihnen sein“- kann ich Ihnen aufmerksam zuhören und erkennen, was Sie wirklich wollen und brauchen (und komme nicht auf die Idee zu glauben, ich wüsste aufgrund meiner Expertise sowie eigener Denk- und Verhaltensmuster, was richtig für Sie wäre – denn genau darum geht es nicht!). Sie sind und bleiben die Expertin bzw. der Experte für Ihre Lösungen. Und ich als Therapeutin helfe Ihnen nur dabei, den genau für Sie passenden Weg zu finden. Denn manchmal verliert man als Betroffener einfach den Überblick und kann neue Anregungen gut brauchen.

Der von mir so geschätzte Systemische Ansatz bietet aber natürlich noch viel mehr. Dies ist nur ein kleiner Teil davon, damit Sie ein paar Einblicke in meine Arbeitsweise und Haltung bekommen.